Gemeinsam anpacken, den Wald entdecken und den Kindergarten kennenlernen: Beim Informations- und Aktionstag im Weiten Tal war trotz Regen einiges geboten.
Schriesheim. Wenn Regentropfen von den Blättern fallen und der Herbst den Wald in bunte Farben taucht, gibt es bei den Siebenschläfern trotzdem viel zu erleben. So auch am Samstag, den 17. Oktober, als der Waldkindergarten „Siebenschläfer“ des Purzelzwerge e. V. zu einem Informations- und Aktionstag rund um sein Waldhäuschen im Weiten Tal einlud.
Während zahlreiche interessierte Familien den Waldkindergarten erkundeten, herrschte am nahegelegenen Bach reges Treiben. Dort wartete eine besondere Aufgabe auf die Eltern, Kinder und Erzieher: Zwei Holzbrücken über den Bach mussten erneuert werden. Sie ermöglichen den Kindern, sicher ans andere Ufer zu gelangen, um dort zu spielen, die Natur zu erforschen und den Bach als spannenden Erlebnisraum zu nutzen.
Ermöglicht wurde das Projekt durch eine Spende der Volksbank Heidelberg Neckartal, die mit einem regionalen Förderprogramm für Kindergärten und Kinderkrippen Einrichtungen unterstützt. Mit dieser Spende konnte das benötigte Material für die neuen Brücken angeschafft werden.
Und so wurde trotz Regen fleißig gemessen, gesägt, geschraubt und gebaut. Große und kleine Hände packten gemeinsam an, damit am Ende des Tages Dank des tatkräftigen Einsatzes beide Brücken wie geplant fertiggestellt werden konnten.
Ein Blick in die Welt der Siebenschläfer
Parallel zu den Bauarbeiten hatten interessierte Familien die Gelegenheit, den Waldkindergarten, seine Lage unterhalb der Spatschlucht und seine Einzigartigkeit kennenzulernen. Nina Schwarz (Gruppenleitung des Standortes Schriesheim) und Dimi Hristov informierten über die „Siebenschläfer“: Wie sieht ein typischer Kindergartentag mitten im Wald aus? Was brauchen die Kinder, um bei Wind und Wetter draußen zu sein? Mit welcher pädagogischen Haltung sehen und begegnen wir jedem einzelnen Kind? Wie sieht eine Waldkonzeption in der Praxis aus? Mit welchen Ritualen, Werten und Regeln gestalten wir den Entwicklungsraum der Kinder? Wie wird mit möglichen Gefahren umgegangen? Welche Feste, Aktionen und Aufgaben gehören zum Kindergartenjahr – auch für die Eltern? Und wie sich eine familienergänzende Gemeinschaft anfühlen und gelebt werden kann, ist an solchen Eltern-Aktionstagen wunderbar zu spüren.
Im Anschluss standen die Erzieherinnen und Erzieher sowie die Eltern der Waldkinder den Besuchern für Fragen und persönliche Gespräche zur Verfügung. Dabei ging es nicht nur um den pädagogischen Alltag in der Natur, praktische Erfahrungen und Empfehlungen, sondern vor allem um die Gemeinschaft und das Miteinander, die nicht nur im Waldkindergarten eine wichtige Rolle spielen, sondern weit darüber hinaus tragen und wirken.
Kleine Schätze und große Entdeckungen
An einem solchen Tag darf natürlich auch das gemeinsame „Spielen und Entdecken“ nicht fehlen. Für die Kinder, Eltern und Großeltern gab es eine besondere Waldschatzsuche. Ausgestattet mit einer Schatzliste machten sich alle auf die Suche nach kleinen Kostbarkeiten, die der Wald bereithielt: Zapfen, bunte Blätter, Hagebutten, Schneckenhäuser, Steine, Federn, Moos und kleine Äste.
Zurück am Waldhäuschen wurden die gesammelten Schätze mit etwas Schnur in fantasievolle Waldmobiles verwandelt. So entstanden ganz persönliche Erinnerungsstücke an diesem Tag, mit denen die Familien ein kleines Stück Waldmagie mit nach Hause nehmen konnten.
Gemeinsam etwas schaffen
Am Ende des Tages waren nicht nur zwei neue Brücken entstanden. Viele interessierte Familien hatten einen Einblick in den Waldkindergarten gewonnen, Kinder hatten gespielt, entdeckt und gebastelt, und die Gemeinschaft hatte einmal mehr gezeigt, was sich mit vereinten Kräften erreichen lässt.
Auch das ungemütliche Herbstwetter konnte der guten Stimmung nichts anhaben. So wurde aus einem regnerischen Samstag ein rundum gelungener Tag voller Begegnungen, Entdeckungen und gemeinsamer Erlebnisse.
Ein herzliches Dankeschön gilt der Volksbank für die finanzielle Unterstützung sowie allen Eltern, Kindern und Erziehern, die mit ihrem Einsatz und ihren helfenden Händen zum Gelingen dieses besonderen Tages beigetragen haben.
Bericht: Nina Schwarz

